Luxemburgs Kriegsanstrengungen

In einem New York Times Arti¬≠kel vom 17. Februar bes¬≠chreibt die ame¬≠ri¬≠ka¬≠nische Jour¬≠na¬≠lis¬≠tin Lara Jakes, wie eine win¬≠zige NATO-Nation ein gro√ües Pro¬≠blem in den Griff bekam : das Pro¬≠blem der Bewaff¬≠nung der Ukraine. Das fra¬≠gliche win¬≠zige Land, das es so dank sei¬≠ner Krieg¬≠sans¬≠tren¬≠gun¬≠gen in eine der welt¬≠weit gr√∂√ü¬≠ten Zei¬≠tun¬≠gen ges¬≠chafft hat, ist kein anderes als mein Hei¬≠mat¬≠land : Luxemburg !

Aus Ame¬≠ri¬≠ka erfah¬≠ren wir so, dass der gr√ľne Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠smi¬≠nis¬≠ter Luxem¬≠burgs, Fran¬≠√ßois Bausch, keine M√ľhe scheut der Ukraine bei ihrer Krieg¬≠sr√ľs¬≠tung zu hel¬≠fen. Herr Bausch, der noch vor ein paar Wochen stolz auf RTL behaup¬≠tete, er sei als Gr√ľ¬≠ner nie Pazi¬≠fist gewe¬≠sen, sah keine andere Alter¬≠na¬≠tive f√ľr Luxem¬≠burg als Waffenbeistand.

Nun st√∂√üt das Arse¬≠nal von Luxem¬≠burgs 900-Mann Armee mit sei¬≠nen leicht bewaff¬≠ne¬≠ten Frei¬≠willi¬≠gen, schnell an seine Gren¬≠zen. Rake¬≠ten, Bom¬≠ben und Pan¬≠zer hat Luxem¬≠burg zwar keine, aber daf√ľr immer wie¬≠der ers¬≠taun¬≠liche Gel¬≠dre¬≠ser¬≠ven. In einem his¬≠to¬≠risch erst¬≠ma¬≠li¬≠gen Ent¬≠schluss war Luxem¬≠burgs Frie¬≠dens¬≠beis¬≠tand so schnell ent¬≠schie¬≠den wie die Bank√ľ¬≠ber¬≠wei¬≠sun¬≠gen der ents¬≠pre¬≠chen¬≠den Steuer¬≠gel¬≠der. Mithilfe eines 94 Mil¬≠lio¬≠nen Dol¬≠lar Ver¬≠trags, will das gr√ľn-rot-libe¬≠rale Luxem¬≠burg Bausch zufolge zei¬≠gen, dass man Putin nicht tun las¬≠sen kann, was er beabsichtigt.

Lei¬≠der konn¬≠ten die hau¬≠sei¬≠ge¬≠nen Waf¬≠fenh√§nd¬≠ler der¬≠zeit nur 600 Rake¬≠ten aus der Sow¬≠jet√§¬≠ra habhaft machen ; nur ein Zehn¬≠tel also der beab¬≠sich¬≠ti¬≠gen 6000. Die Anschaf¬≠fung von sow¬≠je¬≠ti¬≠schen Waf¬≠fen ben√∂¬≠tigte h√∂chste Dis¬≠kre¬≠tion. Das erkl√§rt, weshalb man Luxem¬≠burgs finan¬≠zielle Krieg¬≠shilfe auf den unte¬≠ren Stu¬≠fen des Trans¬≠pa¬≠ren¬≠zin¬≠dexes des Kie¬≠ler Ins¬≠ti¬≠tuts f√ľr Welt¬≠wirt¬≠schaft fin¬≠det. Aber mit dis¬≠kre¬≠ten Ges¬≠ch√§f¬≠ten hat man imme¬≠rhin ein erwie¬≠senes Know-How.

94 Mil¬≠lio¬≠nen Dol¬≠lar, so Bausch zufrie¬≠den in der New York Times, machen gut 16% des natio¬≠na¬≠len Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠sbud¬≠gets aus. Damit geh√∂rt Luxem¬≠burg neben Litauen mit 41%, Est¬≠land mit 37% und Let¬≠tland mit 16,7% zu den vier NATO-Mit¬≠glied¬≠ss¬≠taa¬≠ten, die den gr√∂√ü¬≠ten Teil ihres Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠sbud¬≠gets an die Ukraine √ľber¬≠wie¬≠sen haben. Dage¬≠gen haben Luxem¬≠burgs Nach¬≠barl√§n¬≠der Deut¬≠schland 2,4%, Bel¬≠gien 1,9% und Fran¬≠kreich 0,5% ihres Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠sbud¬≠gets zum bewaff¬≠ne¬≠ten Frie¬≠den bei¬≠ges¬≠teuert. Den¬≠noch : mit sei¬≠nen 130‚Äô000 $ Pro Kopf-BIP, und das macht die NY-Times den Luxem¬≠bur¬≠gern sehr deut¬≠lich, gibt es hier noch viel Luft nach oben.

Eigent­lich war Luxem­burg bisher eher russ­land­freund­lich. Die zwei letz­ten sozia­lis­ti­schen Wirt­schafts­mi­nis­ter haben imme­rhin ihr poli­tisches Man­dat wohl­wol­lend abge­legt, um Ver­wal­tungs­rä­ten von rus­si­schen Invest­ment­fir­men und Ban­ken mit ihren wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Kon­takt-Net­zen bei­zus­te­hen. Glaubt man auch der luxem­bur­gi­schen Wirt­schafts­zeit­schrift Paper­jam, so betrie­ben bis Februar 2022 ein Drit­tel der reichs­ten rus­si­schen Oli­gar­chen gut 90 luxem­bur­gische Investmentfirmen.

Der Ver­tei­di­gung­smi­nis­ter erklärt nun aber sei­nen mora­li­schen Sin­nes­wan­del mit den tie­fen Ein­sich­ten von Yuval Noah Hara­ri. Mit des­sen leicht verständ­li­chen Wis­sen­schafts­po­pu­lis­mus wur­den auch den Luxem­bur­ger Ent­schei­dung­strä­gern die mora­li­schen Krieg­sziele leicht verständlich.

Denn Hara­ri zufolge gab es nichts, was den Ukraine-Krieg hätte vorau­sah­nen las­sen. Es sei denn, Putins Traum das rus­sische Impe­rium wie­de­rher­zus­tel­len. Nach Hara­ris Psy­cho­his­to­rie, sieht sich Putin, der mit den Ges­chich­ten von deut­schen Gräuel­ta­ten und rus­si­scher Tap­fer­keit auf­wuchs, jetzt selbst in der Rolle Hit­lers. Die wohl bekann­ten Hara­ri Ges­chich­ten aus der Pers­pek­tive des Jäger-Samm­ler Gehirns.

Wie die Ukraine in Hara¬≠ris Ges¬≠chichts¬≠my¬≠tho¬≠lo¬≠gie, kann auch Luxem¬≠burgs Nation¬≠bran¬≠ding auf eine stolze tau¬≠send¬≠j√§h¬≠rige Ges¬≠chichte zur√ľck¬≠bli¬≠cken, die sich vor¬≠wie¬≠gend durch den ein¬≠heit¬≠li¬≠chen und unge¬≠bro¬≠che¬≠nen Widers¬≠tand gegen Inva¬≠so¬≠ren kenn¬≠zeich¬≠net. Wir waren im letz¬≠ten Jah¬≠rhun¬≠dert viele Male okku¬≠piert, erkl√§rt Bausch, daher haben wir eine enorme Sen¬≠si¬≠bi¬≠lit√§t daf√ľr ‚Ķ was jetzt in der Ukraine passiert.

Wie die luxem¬≠bur¬≠gische Gro√ü¬≠her¬≠zo¬≠gin Char¬≠lotte, die im Lon¬≠don der 40er-Jah¬≠ren an der Seite Chur¬≠chil¬≠ls gegen den deut¬≠schen Aggres¬≠sor √ľber die BBC-Wel¬≠len k√§mpfte, so k√§mpft der luxem¬≠bur¬≠gische Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠smi¬≠nis¬≠ter also heute mit den Waf¬≠fen des mora¬≠li¬≠schen Neo¬≠li¬≠be¬≠ra¬≠lis¬≠mus gegen den rus¬≠si¬≠schen Hit¬≠ler. Damit w√§re aber¬≠mals bewie¬≠sen : Luxem¬≠burgs Ges¬≠chichte ist die Ges¬≠chichte der his¬≠to¬≠ri¬≠schen Selbst¬≠be¬≠haup¬≠tung eines Landes gegen die feind¬≠li¬≠chen Angreifer.

2 Comments

  1. Lie­ber Thierry

    Ich hatte heute Mor¬≠gen etwas Zeit als ich die Mails durch¬≠sah, und ich ent¬≠schied mich, mit Freude dei¬≠nen neues¬≠ten Blog zu lesen. Und war nach der Lekt√ľre per¬≠plex ‚Äď zwiesp√§l¬≠tig entt√§u¬≠scht. Sodass ich, obwohl nach¬≠mit¬≠tags kaum Zeit, spon¬≠tan widers¬≠pre¬≠chen ‚ÄĻmuss‚Äļ. Nicht dass du die Regie¬≠rung deines Landes kri¬≠ti¬≠scher Betrach¬≠tung unter¬≠ziehst, das ist dein Recht (viel¬≠leicht sogar ¬ę B√ľr¬≠gerp¬≠flicht ¬Ľ), auch nicht, dass du dich gene¬≠rell gegen die finan¬≠zielle Unterst√ľt¬≠zung der Ukraine, im Beson¬≠de¬≠ren gegen den ver¬≠gleichs¬≠weise hohen Bei¬≠trag Luxem¬≠burgs auss¬≠prichst. Aber √ľber die ‚ÄĻOptik‚Äļ ‚Äď dei¬≠nem fak¬≠ti¬≠schen und moral point of view -, mit dem du an das von dir erkannte Pro¬≠blem heran¬≠gehst ; und nament¬≠lich √ľber die, wie mir scheint, kon¬≠no¬≠ta¬≠tive Wort¬≠wahl, zu der du dich ent¬≠schie¬≠den hast und damit m.E. in die Irre f√ľhrst.

    Zwiesp√§l¬≠tig, weil du einer¬≠seits mit der gros¬≠sen Bele¬≠sen¬≠heit, f√ľr die ich dich bewun¬≠dere, und akri¬≠bi¬≠scher Recherche ‚Äď z.B. die bis auf eine Kom¬≠mas¬≠telle pr√§¬≠zi¬≠sen Anga¬≠ben √ľber die pro¬≠zen¬≠tuale Unterst√ľt¬≠zung der Ukraine durch ver¬≠schie¬≠dene L√§n¬≠der, gemes¬≠sen am jewei¬≠li¬≠gen Verteidigungs¬¨haushalt ‚Äď dich aus wis¬≠sen¬≠schaft¬≠li¬≠cher Sicht an die Fra¬≠ges¬≠tel¬≠lung heran¬≠gehst, und ander¬≠seits weil du f√ľr dein ver¬≠nich¬≠tendes Urteil mora¬≠lisch so auf¬≠ge¬≠la¬≠dene Begriffe ver¬≠wen¬≠dest. Das beginnt bei der √úber¬≠schrift : Krieg¬≠sans¬≠tren¬≠gun¬≠gen (Luxem¬≠burgs, nicht Russ¬≠lands!). Aber eigent¬≠lich √ľbe¬≠rhaupt wie du von ¬ę Krieg ¬Ľ sprichst. Wenn man in der rus¬≠si¬≠schen Nomenk¬≠la¬≠tur blei¬≠ben m√∂chte : es soll hier nicht um Krieg gehen, son¬≠dern um eine milit√§¬≠rische Son¬≠de¬≠rak¬≠tion ‚Äď also weit unter der Schwelle eines Krieges, dann k√∂nnte kein Bei¬≠trag Luxem¬≠burgs als ¬ę Krieg¬≠sans¬≠tren¬≠gung ¬Ľ bezeich¬≠net wer¬≠den. Es sei denn, man ver¬≠tau¬≠scht T√§ter gegen Opfer. 

    Auch wenn man die¬≠ser Spra¬≠chre¬≠ge¬≠lung nicht folgt, scheint mit die Cha¬≠rak¬≠te¬≠ri¬≠sie¬≠rung der Finanz¬≠leis¬≠tun¬≠gen Luxem¬≠burgs an die Ukraine als ¬ę Krieg¬≠sans¬≠tren¬≠gung ¬Ľ leicht¬≠fer¬≠tig und nicht begr√ľnd¬≠bar. Weil meine Aus¬≠bil¬≠dung in Staats- und V√∂l¬≠ker¬≠recht schon eine kleine Ewig¬≠keit zur√ľ¬≠ck¬≠liegt (das ers¬≠tere obli¬≠ga¬≠to¬≠ri¬≠scher, das zweite fakul¬≠ta¬≠ti¬≠ver Bes¬≠tand¬≠teil des dama¬≠li¬≠gen Stu¬≠diums der Volks¬≠wirt¬≠schaft), habe ich mich im Inter¬≠net ver¬≠sucht, √ľber den Begriff Krieg, Krieg¬≠spar¬≠tei und Nicht-Krieg¬≠spar¬≠tei etwas kl√ľ¬≠ger zu machen. Die kurze Recherche hat meine Erin¬≠ne¬≠rung ‚Äď mein Vorur¬≠teil, wenn du will¬≠st ‚Äď best√§¬≠tigt. Sprach man nach dem ‚ÄĻalten‚Äļ Krieg¬≠sv√∂l¬≠ker¬≠recht noch von Krieg, ist die Situa¬≠tion heute, nach dem Briand-Kel¬≠log-Pakt von 1928 und der UNO-Char¬≠ta, ver√§n¬≠dert. Es gibt f√ľr ‚ÄĻinter¬≠na¬≠tio¬≠nale bewaff¬≠nete Kon¬≠flikte‚Äļ ¬ę recht¬≠lich grund¬≠s√§tz¬≠lich keine Grund¬≠lage mehr ‚Äď mit Aus¬≠nahme des Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠skrieges ¬Ľ (Tal¬≠man 2022-05-04), √§hn¬≠lich : (Stu¬≠der 2023-02-04), (Wis¬≠sen¬≠schaft¬≠liche Dienste Des Deut¬≠scher Bun¬≠des¬≠tages 2007). Und es kommt im Unter¬≠schied zur fr√ľ¬≠her, als Kriege noch ‚ÄĻerkl√§rt‚Äļ wur¬≠den, nicht mehr auf den sub¬≠jek¬≠ti¬≠ven Willen der Staa¬≠ten an, son¬≠dern aus¬≠schliess¬≠lich auf den Tatbestand.

    Wie man immer die ‚ÄĻVor¬≠ges¬≠chichte‚Äļ des Ukraine-Krieges beur¬≠tei¬≠len will ‚Äď ob von der Aufr√ľs¬≠tung der west¬≠li¬≠chen Nach¬≠bars¬≠taa¬≠ten Russ¬≠lands, der NATO oder/und der Ukraine ‚ÄĻpro¬≠vo¬≠ziert‚Äļ, wie es bei der AfD etwa lau¬≠tet, oder von der Wie¬≠der-Errich¬≠tung des zaris¬≠ti¬≠schen bis sow¬≠je¬≠trus¬≠si¬≠schen Impe¬≠ria¬≠lis¬≠mus ‚ÄĻindi¬≠ziert‚Äļ ‚Äď die rus¬≠sische ‚ÄĻmilit√§¬≠rische Spe¬≠zia¬≠lo¬≠pe¬≠ra¬≠tion‚Äļ als milit√§¬≠rische Gewal¬≠tan¬≠wen¬≠dung gegen die Ukraine ist mit dem V√∂l¬≠ker¬≠recht nicht verein¬≠bar. Die ukrai¬≠nische Selbst¬≠ver¬≠tei¬≠di¬≠gung ‚Äď und bisher blieb es nach mei¬≠nen Infor¬≠ma¬≠tio¬≠nen auf ukrai¬≠ni¬≠schen Milit√§¬≠ro¬≠pe¬≠ra¬≠tio¬≠nen allein auf eige¬≠nem Ter¬≠ri¬≠to¬≠rium ‚Äď hin¬≠ge¬≠gen ist v√∂l¬≠ker¬≠recht¬≠lich ges¬≠ch√ľtzt. ¬ę Stie¬≠fel auf dem Boden ¬Ľ (Stu¬≠der 2023-02-04), (die Bas¬≠ler Profn. f√ľr V√∂l¬≠ker¬≠recht Anna Petrig zitie¬≠rend), und zwar auf frem¬≠dem Boden, hat allein Russ¬≠land. Wenn die Ukraine in der Folge als ‚ÄĻKrieg¬≠spar¬≠tei‚Äļ bezeich¬≠net wird, so ist sie dies jeden¬≠falls nicht aus eige¬≠nem Willen gewor¬≠den, son¬≠dern diese Stel¬≠lung wurde ihr gegen ihren Willen durch den rus¬≠si¬≠schen √úber¬≠griff ‚Äď schon 2014 mit der Beset¬≠zung der Krim ‚Äď oktroyiert. F√ľr mich ist deshalb‚Äď als poli¬≠tisches und sozia¬≠le¬≠thisches, also immer auch revi¬≠dier¬≠bares Urteil ‚Äď klar, wem die Soli¬≠da¬≠rit√§t der unter der UNO-Char¬≠ta verein¬≠ten ¬ę V√∂l¬≠ker¬≠ge¬≠mein¬≠schaft ¬Ľ zu gel¬≠ten hat. 

    Von da her gese¬≠hen, finde ich die √úber¬≠schrift ¬ę Luxem¬≠burgs Krieg¬≠sans¬≠tren¬≠gun¬≠gen ¬Ľ falsch, ein bashing Luxem¬≠burgs. Als ob es ‚ÄĻdamals‚Äļ, im Zwei¬≠ten Welt¬≠krieg, eine Krieg¬≠sans¬≠tren¬≠gung der Schweiz ‚Äď mit deren aus dem alten V√∂l¬≠ker¬≠recht stam¬≠men¬≠den Neu¬≠tra¬≠lit√§ts¬≠po¬≠li¬≠tik ich inner¬≠lich im Streit liege ‚Äď gewe¬≠sen w√§re, h√§tte sie ‚Äď was m.W. nicht der Fall war, Luxem¬≠burg finan¬≠ziell unterst√ľtzt, als euer Land, von Ost und West milit√§¬≠risch √ľber¬≠rannt, gegen sei¬≠nen Willen zur ‚ÄĻKrieg¬≠spar¬≠tei‚Äļ gewor¬≠den war. Ich w√§re deshalb froh, du w√ľr¬≠dest deine Posi¬≠tion, oder die Begr√ľn¬≠dung dei¬≠ner Posi¬≠tion √ľber¬≠den¬≠ken ; es k√∂nnte dann auch die mir pole¬≠misch erschei¬≠nende Ver¬≠bin¬≠dung zu ¬ę Luxem¬≠burgs Ges¬≠chichte ‚Ķ der his¬≠to¬≠ri¬≠schen Selbst¬≠be¬≠haup¬≠tung ¬Ľ als einem Natio¬≠nal-Mythos, oder wie man heute sagt : einem selbs¬≠te¬≠rh√∂¬≠hen¬≠den Nar¬≠ra¬≠tiv, wie es sich lei¬≠der in vie¬≠len L√§n¬≠dern, gerade auch der Schweiz lesen l√§sst, entfallen. 

    Mit herz¬≠li¬≠chen Gr√ľssen
    Hans-Balz
    Dr.oec.publ., Prof.em. f√ľr Sozia¬≠le¬≠thik, Uni¬≠ver¬≠sit√§t Bern

    - Stu¬≠der, P. (2023‚Ää‚Äď‚Ää02-04) ¬ę Wes¬≠thalb kein west¬≠li¬≠cher Staat Krieg¬≠spar¬≠tei ist. Der Krieg in der Ukraine h√§lt an, die Frage, wer Krieg¬≠spar¬≠tei ist, wird viru¬≠len¬≠ter. Was sagt das V√∂l¬≠ker¬≠recht ? ¬Ľ SRF News ‚Äď Inter¬≠na¬≠tio¬≠nal, https://‚Äčwww‚Äč.srf‚Äč.ch/‚Äčn‚Äče‚Äčw‚Äčs‚Äč/‚Äči‚Äčn‚Äčt‚Äče‚Äčr‚Äčn‚Äča‚Äčt‚Äči‚Äčo‚Äčn‚Äča‚Äčl‚Äč/‚Äčk‚Äčr‚Äči‚Äče‚Äčg‚Äč-‚Äči‚Äčn‚Äč-‚Äčd‚Äče‚Äčr‚Äč-‚Äču‚Äčk‚Äčr‚Äča‚Äči‚Äčn‚Äče‚Äč-‚Äčw‚Äče‚Äčs‚Äčh‚Äča‚Äčl‚Äčb‚Äč-‚Äčk‚Äče‚Äči‚Äčn‚Äč-‚Äčw‚Äče‚Äčs‚Äčt‚Äčl‚Äči‚Äčc‚Äčh‚Äče‚Äčr‚Äč-‚Äčs‚Äčt‚Äča‚Äča‚Äčt‚Äč-‚Äčk‚Äčr‚Äči‚Äče‚Äčg‚Äčs‚Äčp‚Äča‚Äčr‚Äčt‚Äče‚Äči‚Äč-‚Äčist.

    - Tal¬≠man, S. (2022‚Ää‚Äď‚Ää05-04) ¬ę Krieg¬≠spar¬≠tei oder nicht Krieg¬≠spar¬≠tei ? Das ist nicht die Frage. ¬Ľ DOI : 10.17176/20220505‚Ää‚Äď‚Ää062322‚ÄĎ0.

    - Wis¬≠sen¬≠schaft¬≠liche Dienste des Deut¬≠scher Bun¬≠des¬≠tages (2007) ¬ę Die v√∂l¬≠ker¬≠recht¬≠liche Defi¬≠ni¬≠tion von Krieg. Sachs¬≠tand. ¬Ľ https://www.bundestag.de/resource/blob/494606/1e69675dfb469de68e2ba1d507324395/WD‚ÄĎ2‚Ää‚Äď‚Ää175-07-pdf-data.pdf.

  2. Lie­ber Hans-Balz,

    meine Kri¬≠tik an der luxem¬≠bur¬≠gi¬≠schen Krieg¬≠spo¬≠li¬≠tik ‚Äď ich wei√ü, √∂ffent¬≠lich nennt man das ‚ÄěVer¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠spo¬≠li¬≠tik‚Äú ‚Äď hat also Dei¬≠nen Erwar¬≠tun¬≠gen mir gegen√ľ¬≠ber nicht ents¬≠pro¬≠chen und hat Dich, dem Wort¬≠sinn zufolge, mir gegen√ľ¬≠ber desillu¬≠sio¬≠niert. Welche Illu¬≠sio¬≠nen das wohl waren ? 

    Wir schei¬≠nen uns aber zuerst ein¬≠mal √ľber die Idee des Rechts und sogar der B√ľr¬≠gerp¬≠flicht von Regie¬≠rung¬≠skri¬≠tik einig zu sein. Im Kon¬≠kre¬≠ten, jedoch, wenn es um den Inhalt geht, schei¬≠nen die Dinge dann anders zu liegen.

    Wenn Du von Luxem¬≠burg-Bashing schreibst, scheinst Du auf unzul√§s¬≠sige, oder wenig¬≠stens un√ľ¬≠ber¬≠legte oder sogar unsin¬≠nige Kri¬≠tik hin¬≠zu¬≠wei¬≠sen. Und das unzul√§s¬≠sige mei¬≠ner Kri¬≠tik best√ľnde, wenn ich Dich recht vers¬≠tehe, in der gewollt irref√ľh¬≠ren¬≠den Ver¬≠mi¬≠schung von rich¬≠ti¬≠ger Infor¬≠ma¬≠tion und mani¬≠pu¬≠la¬≠ti¬≠ver, mora¬≠li¬≠sie¬≠ren¬≠der Rhe¬≠to¬≠rik. Wenn ich das recht deute, stehe ich im Gan¬≠zen auf der ‚Äěfal¬≠schen Seite‚Äú und ver¬≠suche die Opfer in T√§ter oder gar die T√§ter in Opfer zu verwandeln ? 

    Das l√§sst mich per¬≠plex, da ich absicht¬≠lich keine Stel¬≠lung zur Schuld¬≠frage des Ukrai¬≠ne¬≠kriegs genom¬≠men habe. Opfer sind offen¬≠sicht¬≠lich alle die Sol¬≠da¬≠ten und Zivi¬≠lis¬≠ten, die in sol¬≠chem Krieg das Leben ver¬≠lie¬≠ren, verst√ľm¬≠melt, gefol¬≠tert und ver¬≠ge¬≠wal¬≠tigt wer¬≠den. Opfer des Kriegs sind also alle die, die im ‚ÄěKrieg¬≠sfeld‚Äú ste¬≠hen. Und Opfer sind alle die¬≠je¬≠ni¬≠gen, die noch Gene¬≠ra¬≠tio¬≠nen danach an den k√∂r¬≠per¬≠li¬≠chen und see¬≠li¬≠schen Kon¬≠se¬≠quen¬≠zen dieses Kriegs zu lei¬≠den haben. T√§ter sind die¬≠je¬≠ni¬≠gen, die das ent¬≠we¬≠der direkt, oder von ihrem Schreib¬≠tisch her aus¬≠den¬≠ken, pla¬≠nen, veran¬≠las¬≠sen und bezah¬≠len. Es gibt die direk¬≠ten T√§ter, und die Schreib¬≠ti¬≠scht√§¬≠ter. Zu den Letz¬≠te¬≠ren geh√∂¬≠ren alle Krieg¬≠sher¬≠ren und Pla¬≠ner und Investoren. 

    Mein The¬≠ma war jedoch nicht der Ukrai¬≠ne¬≠krieg an sich, der in Dei¬≠nem mora¬≠li¬≠schen Kom¬≠pass so ein¬≠deu¬≠tig scheint, und ganz sicher nicht die mora¬≠lische Frage des Rechts und Unrechts des Angriff¬≠skriegs. Ich bin sogar √ľber¬≠zeugt, dass diese Frage im Moment au√üe¬≠rhalb der Krieg¬≠spro¬≠pa¬≠gan¬≠da gar nicht ein¬≠mal fass¬≠bar ist. 

    Ich sch√§tze, Du kennst die ‚ÄěPrin¬≠zi¬≠pien der Krieg¬≠spro¬≠pa¬≠gan¬≠da‚Äú der bel¬≠gi¬≠schen His¬≠to¬≠ri¬≠ke¬≠rin Anne Morel¬≠li. Die klingt ungef√§hr so : ‚ÄěWir woll¬≠ten kei¬≠nen Krieg‚Äú, ‚Äěder Gegner allein ist f√ľr den Krieg verant¬≠wort¬≠lich‚Äú, ‚Äěwir ver¬≠tei¬≠di¬≠gen nur edle Ziele‚Äú, wir haben die Moral auf unse¬≠rer Seite, ‚Äď wir machen Krieg, wie im Viet¬≠nam, oder wie im Irak, oder letzt¬≠lich wie im ‚ÄěUnter¬≠neh¬≠men B√ľnd¬≠niss¬≠treit¬≠macht‚Äú mit Streu¬≠bom¬≠ben und Uran¬≠mu¬≠ni¬≠tion (Ser¬≠bien hat noch heute die h√∂chste Rate von Lun¬≠gen¬≠krebs in Euro¬≠pa) f√ľr die Demo¬≠kra¬≠tie, f√ľr das Recht auf Selbst¬≠bes¬≠tim¬≠mung. Oder, mein Lie¬≠bling¬≠soxy¬≠mo¬≠ron, das Du viel¬≠leicht sogar unter¬≠zeich¬≠nen w√ľr¬≠dest : wir machen ‚ÄěKrieg f√ľr den Frie¬≠den‚Äú. Zum Ver¬≠laut¬≠ba¬≠rung¬≠sjour¬≠na¬≠lis¬≠mus und zur poli¬≠ti¬≠schen Pro¬≠pa¬≠gan¬≠da geh√∂rt selbst¬≠verst√§nd¬≠lich auch, dass wer ‚Äěunsere‚Äú Ver¬≠sion in Zwei¬≠fel zieht, den Feind unterst√ľtzt. Etwas davon glaube ich, aus Dei¬≠ner Kri¬≠tik herauszuh√∂ren.

    Auf dieses Krieg¬≠spro¬≠pa¬≠gan¬≠da-Ter¬≠rain wollte und will ich mich nicht bege¬≠ben. Wenn Du Dir heute, ohne jegli¬≠chen his¬≠to¬≠ri¬≠schen und poli¬≠ti¬≠schen Ana¬≠ly¬≠sen zumu¬≠test, f√ľr die es noch Jahre ben√∂¬≠ti¬≠gen wird, eine klare, sichere, und zwei¬≠fel¬≠los mora¬≠lisch, his¬≠to¬≠risch und poli¬≠tisch rich¬≠tige, nicht pro¬≠pa¬≠gan¬≠da¬≠ge¬≠la¬≠dene Ein¬≠sch√§t¬≠zung der Situa¬≠tion zu haben, m√∂chte ich Dir gerne zuh√∂¬≠ren und etwas von Dir ler¬≠nen. Ich hege jedoch der¬≠zeit noch ein paar Zwei¬≠fel an die¬≠ser Sicherheit.
    Ich ver­suche im fol­gen­den auf Deine Argu­mente zu ant­wor­ten. Der Reihe nach, da ich mir nicht sicher bin den Zusam­men­hang zwi­schen Dei­nen Kri­tik­punk­ten recht zu verstehen.
    Zuerst scheint Dir mein Titel aus der rus¬≠si¬≠schen Pers¬≠pek¬≠tive schlecht gew√§hlt. Auf jeden Fall m√ľsste der Titel also dann etwa hei√üen : ‚ÄěLuxem¬≠burgs milit√§¬≠rische Son¬≠de¬≠rans¬≠tren¬≠gun¬≠gen‚Äú? Ent¬≠behrt nicht jegli¬≠chen Humors. 

    Wie¬≠so soll¬≠ten wir denn eine rus¬≠sische Pers¬≠pek¬≠tive ein¬≠neh¬≠men ? Ich glaube, ich kenne die Ant¬≠wort die¬≠ser Anspie¬≠lung : Du scheinst mir zu unters¬≠tel¬≠len, dass wenn ich nicht mit Dei¬≠ner Aus¬≠le¬≠gun¬≠gen der Tat¬≠sa¬≠chen √ľbe¬≠reins¬≠timme, ich also auf der Seite Putins stehe und in Unterst√ľt¬≠zung des ‚Äěrus¬≠si¬≠schen Hit¬≠lers‚Äú die milit√§¬≠rische Son¬≠de¬≠rak¬≠tion Luxem¬≠burg verur¬≠tei¬≠len w√ľrde.
    Das w√§re in etwa das genau Gegen¬≠teil des¬≠sen, was ich beans¬≠pruche. Aber genau das ist ja das Kenn¬≠zei¬≠chen der Krieg¬≠spro¬≠pa¬≠gan¬≠da : Wer nicht an unse¬≠rer Seite gegen das B√∂se k√§mpft, wer sich, wie ich, f√ľr huma¬≠nit√§re Hilfe oder f√ľr mehr diplo¬≠ma¬≠tische Ans¬≠tren¬≠gun¬≠gen in Rich¬≠tung Frie¬≠den ein¬≠setzt, als f√ľr Bom¬≠ben, der ist f√ľr den Krieg, oder f√ľr den Gegner. Hier sprichst Du also wie Herr Busch im Sep¬≠tem¬≠ber 2001 : ‚ÄěEither you are with us, or you are with the ter¬≠ro¬≠rists.‚Äú Weder noch, lie¬≠ber Hans-Balz.

    Wenn wir aber das unter¬≠sch¬≠wel¬≠lige Urteil meines hypo¬≠the¬≠ti¬≠schen ‚ÄěPutin¬≠vers¬≠te¬≠hens‚Äú weglas¬≠sen, und vom tats√§¬≠chli¬≠chen Krieg spre¬≠chen, dann w√§re mein Titel Dei¬≠ner Mei¬≠nung nach trotz¬≠dem noch ‚Äěleicht¬≠fer¬≠tig‚Äú, also un√ľ¬≠ber¬≠legt, unbe¬≠son¬≠nen oder leichtsinnig. 

    Ist das so ?

    Nicht leicht¬≠fer¬≠tig w√§re es also Dei¬≠ner Mei¬≠nung nach in die¬≠ser Frage, sich aus¬≠schlie√ü¬≠lich auf das neuere V√∂l¬≠ker¬≠recht zu bezie¬≠hen. Ange¬≠nom¬≠men, das w√§re so. Nach die¬≠sem V√∂l¬≠ker¬≠recht ist der rus¬≠sische Angriff¬≠skrieg nicht zul√§s¬≠sig. Das will ich Dir sehr gerne glauben. 

    Dann vers¬≠tehe aber nicht, inwie¬≠fern die Lega¬≠lit√§t oder Ille¬≠ga¬≠lit√§t der rus¬≠si¬≠schen Stie¬≠fel auf ukrai¬≠ni¬≠schem Boden den Aus¬≠druck ‚ÄěKrieg¬≠sans¬≠tren¬≠gung‚Äú in Bezug auf Luxem¬≠burg leicht¬≠fer¬≠tig macht. Ganz im Gegen¬≠teil : Du erin¬≠nert daran, dass der Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠skrieg v√∂l¬≠ker¬≠recht¬≠lich ges¬≠ch√ľtzt ist. Also kann ein Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠skrieg juris¬≠tisch klar gekenn¬≠zeich¬≠net wer¬≠den. Also ist die Ukraine in einen Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠skrieg involviert. 

    Wenn das wahr ist, und das glaube ich, dann ist aber die luxem¬≠bur¬≠gische Bom¬≠ben-Hilfe eine Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠skrieg¬≠shilfe. Also eine Krieg¬≠sans¬≠tren¬≠gung auf der Seite der Ver¬≠tei¬≠di¬≠gung in einem Krieg. 

    Wo ist hier der Leicht¬≠sinn, oder das Un√ľ¬≠ber¬≠legte ? Deine Kri¬≠tik scheint mei¬≠nen Titel und das damit gemeinte sowohl von der Logik als auch vom Tat¬≠bes¬≠tand her zu rechtfertigen.
    Ich sch√§tze, Du w√ľr¬≠dest die tri¬≠viale Behaup¬≠tung, dass Bom¬≠ben und Rake¬≠ten in einer Krieg¬≠ssi¬≠tua¬≠tion den ein¬≠zi¬≠gen Zweck haben, so viele gegne¬≠rische Sol¬≠da¬≠ten zu t√∂ten oder zu verst√ľm¬≠meln wie m√∂glich, nicht abs¬≠trei¬≠ten ? Wenn Luxem¬≠burgs ‚ÄěVer¬≠tei¬≠di¬≠gung¬≠spo¬≠li¬≠tik‚Äú sich also dazu ent¬≠schei¬≠det, vom Schreib¬≠tisch aus, 90 Mil¬≠lio¬≠nen in das T√∂ten, Verst√ľm¬≠meln und Trau¬≠ma¬≠ti¬≠sie¬≠ren, aber nur 20 Mil¬≠lio¬≠nen in die huma¬≠nit√§re Hilfe zu inves¬≠tie¬≠ren, dann stellt das Wort ‚ÄěKrieg¬≠sans¬≠tren¬≠gung‚Äú meines Erach¬≠tens sogar noch einen Euphe¬≠mis¬≠mus dar : Mord¬≠gel√ľste oder ‚ÄěKrieg¬≠srausch‚Äú und ‚ÄěTrun¬≠ken¬≠heit des Kriegs‚Äú, wie es ein gewis¬≠ser Schwei¬≠zer Bun¬≠des¬≠rat vor ein paar Wochen for¬≠mu¬≠lierte, schei¬≠nen mir hier viel zutreffender. 

    Was meine zwei¬≠fel¬≠hafte Moral anbe¬≠trifft, die Du in der N√§he der AfD ansie¬≠del¬≠st, wie¬≠der unter¬≠sch¬≠wel¬≠lig, und dann mithilfe von Kon¬≠takt¬≠schuld als recht¬≠sex¬≠trem kenn¬≠zeich¬≠nest, so muss ich Dir auch dabei widers¬≠pre¬≠chen. Meine mora¬≠lische Posi¬≠tion ist die des Pazi¬≠fis¬≠mus. Das hei√üt, ich lehne jede Anwen¬≠dung von Gewalt, und das hei√üt Bom¬≠ben, Rake¬≠ten, Pan¬≠zer, Gra¬≠na¬≠ten, usw. ablehnt und mit aller Kraft f√ľr den Frie¬≠den eintritt :

    ‚ÄěP. ist eine poli¬≠tisch-mora¬≠lische √úber¬≠zeu¬≠gung bzw. Wel¬≠tan¬≠schauung, die den Ein¬≠satz von Gewalt, insb. von milit√§¬≠ri¬≠scher Gewalt und von Krie¬≠gen als Mit¬≠tel zur Durch¬≠set¬≠zung von Inter¬≠es¬≠sen ablehnt und aus¬≠schlie√ü¬≠lich fried¬≠liche und gewalt¬≠freie Akti¬≠vit√§¬≠ten (z. B. gewalt¬≠lo¬≠sen Widers¬≠tand) dul¬≠det.‚Äú (BpB : https://‚Äčwww‚Äč.bpb‚Äč.de/‚Äčk‚Äču‚Äčr‚Äčz‚Äč-‚Äčk‚Äčn‚Äča‚Äčp‚Äčp‚Äč/‚Äčl‚Äče‚Äčx‚Äči‚Äčk‚Äča‚Äč/‚Äčp‚Äčo‚Äčl‚Äči‚Äčt‚Äči‚Äčk‚Äčl‚Äče‚Äčx‚Äči‚Äčk‚Äčo‚Äčn‚Äč/‚Äč1‚Äč8‚Äč0‚Äč0‚Äč1‚Äč/‚Äčp‚Äča‚Äčz‚Äči‚Äčf‚Äči‚Äčs‚Äčm‚Äčus/

    Wenn Gand¬≠hi, Ber¬≠tand Rus¬≠sell oder die k√ľrz¬≠lich vers¬≠tor¬≠bene Ber¬≠tha von Sutt¬≠ner in Dei¬≠nen Augen F√ľrs¬≠pre¬≠cher der Rechts¬≠ra¬≠di¬≠ka¬≠len sind, dann m√∂chte ich auch gerne als rechts¬≠ra¬≠di¬≠kal in Dei¬≠nen Augen gel¬≠ten. Dieses Desillu¬≠sio¬≠nie¬≠ren kann ich Dir nicht ers¬≠pa¬≠ren. Selbst¬≠verst√§nd¬≠lich k√∂nn¬≠ten wir hier √ľber M. L. Kings Kri¬≠tik des Pazi¬≠fis¬≠mus und die Not¬≠wen¬≠dig¬≠kei¬≠ten des ‚Äěrea¬≠lis¬≠ti¬≠schen‚Äú gewalt¬≠lo¬≠sen Widers¬≠tands streiten. 

    Aber die orwellsche Ver¬≠keh¬≠rung des Pazi¬≠fis¬≠mus in Bel¬≠li¬≠zis¬≠mus oder sogar in Recht¬≠sex¬≠tre¬≠mis¬≠mus scheint mir nicht nur leicht¬≠sin¬≠nig, son¬≠dern mora¬≠lisch und poli¬≠tisch √§u√üerst pro¬≠ble¬≠ma¬≠tisch. Selbst¬≠verst√§nd¬≠lich kann man solche Ver¬≠keh¬≠run¬≠gen leicht mithilfe von Strohm√§n¬≠nern und Anspie¬≠lun¬≠gen und Ablen¬≠kung vom The¬≠ma rhe¬≠to¬≠risch gut zur Gel¬≠tung brin¬≠gen. Ein rich¬≠tiges Argu¬≠ment f√ľr die Auf¬≠he¬≠bung von diplo¬≠ma¬≠ti¬≠schen Frie¬≠den¬≠sans¬≠tren¬≠gun¬≠gen zuguns¬≠ten von Waf¬≠fenk√§u¬≠fen bie¬≠ten sie jeden¬≠falls nicht. 

    Mit alle¬≠dem haben wir aber jetzt meine Kri¬≠tik an Luxem¬≠burgs Kriegs- oder milit√§¬≠ri¬≠schen Son¬≠de¬≠rans¬≠tren¬≠gun¬≠gen, und die Ent¬≠schei¬≠dung, Rake¬≠ten huma¬≠nit√§¬≠rer Hilfe vor¬≠zu¬≠zie¬≠hen, nicht ein¬≠mal ber√ľhrt. Zumal die ein¬≠zig offi¬≠zielle Erkl√§¬≠rung dazu war, man d√ľrfe den Putin nicht machen las¬≠sen, was er tun m√∂chte. 

    Auch, dass hin¬≠ter all die¬≠sem poli¬≠tisch-wirt¬≠schaft¬≠lich-milit√§¬≠ri¬≠schen Mar¬≠ke¬≠ting des Stell¬≠ver¬≠tre¬≠ter¬≠kriegs, f√ľr den die Ukrai¬≠ner schon mit mehr als 100‚Äô000, eini¬≠gen Quel¬≠len zufolge viel¬≠leicht mehr als 200‚Äô000 Leben gezahlt haben, in der luxem¬≠bur¬≠gi¬≠schen Wirk¬≠li¬≠ch¬≠keit eine Mil¬≠liar¬≠den-Invest¬≠ment-Stra¬≠te¬≠gie √ľber 15 Jahre steckt, die Luxem¬≠burg in den wirt¬≠schaft¬≠li¬≠chen Genuss des ers¬≠ten ‚Äěmul¬≠ti-sou¬≠ver√§¬≠nen‚Äú Risi¬≠ko¬≠ka¬≠pi¬≠tal¬≠fonds der Welt brachte (Jens Stol¬≠ten¬≠berg), haben wir nicht ein¬≠mal erw√§hnt. Luxem¬≠burg wird jetzt an vor¬≠ders¬≠ter Front f√ľr die NATO mit rus¬≠si¬≠scher und chi¬≠ne¬≠si¬≠scher Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie zu kon¬≠kur¬≠rie¬≠ren ver¬≠su¬≠chen, und sich in den Frie¬≠dens¬≠tech¬≠ni¬≠ken der √úber¬≠wa¬≠chung, der Cyber¬≠si¬≠che¬≠rheit, der Solar¬≠droh¬≠nen und Milit√§r¬≠sa¬≠tel¬≠li¬≠ten hervortun.

    Ja, lie¬≠ber Hans-Balz, in mei¬≠ner fragw√ľr¬≠di¬≠gen Anti-Krieg¬≠smo¬≠ral, in mei¬≠ner leicht¬≠fer¬≠ti¬≠gen Gewalt¬≠kri¬≠tik haben das Leben und das Ver¬≠mei¬≠den von k√∂r¬≠per¬≠li¬≠chen und see¬≠li¬≠schen Lei¬≠den oberste Prio¬≠rit√§t. Denn nur wer lebt und nicht lei¬≠det, kann nach¬≠her √ľber die Schuld¬≠frage, das Recht und die Moral debat¬≠tie¬≠ren und ent¬≠schei¬≠den. Mit San¬≠taya¬≠na denke ich, dass nur die Toten das Ende des Kriegs je erlebt haben. Und wie Hen¬≠ry David Tho¬≠reau beim mexi¬≠ka¬≠nisch-ame¬≠ri¬≠ka¬≠ni¬≠schen Krieg (1846‚Ää‚Äď‚Ää48), denke auch ich daran, meine Steuer¬≠zah¬≠lun¬≠gen f√ľr den neuen luxem¬≠bur¬≠gi¬≠schen milit√§¬≠risch-indus¬≠triel¬≠len Kom¬≠plex (ich sch√§tze, Du kennst Ch. Wright Mil¬≠ls The Power Elite von 1956) einzustellen.

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